Der digitale Videoschnitt läuft völlig anders ab, als der Band-Schnitt. Es werden weder Bänder noch Kabel verwendet ("Nativ"). Diese Vorgehensweise überfordert fast jedes Computer-Komplettsystem ("Regal-Computer"). Es kommt zu operativen Problemen und häufigen Vollabstürzen. Deswegen habe ich mich an die Fa. DELL gewandt und mir von ihnen eine spezielle Work-Station zusammensetzen lassen. Sie verfügt über 2 Festplatten mit je 140 GB, die mit 10.000 upm rotieren. Mit 2 Festplatten erzielen Sie bessere Bildergebnisse, diese hohe Umdrehungszahl ist für die saubere Verarbeitung wichtig. Billige Festplatten rotieren nur mit 7.200 upm, da produziert man oft rucklige Bilde. Ausserdem arbeitet die Station mit 2 XEON-Prozessoren mit jeweils 3,6 Ghz. XEON ist eine höhere Prozessorklasse von Intel und ist optimiert für die Bildbearbeitung. Sie sind extrem schnell und verarbeiten jeden einzelnen Frame optimal. Mit der Pentium-Klasse ist beim Videoschnitt kein grosser Staat zu machen. Ausserdem ist auf diesem Rechner kein wesensfremdes Programm installiert und er hängt nicht am Netz. Ich verwende für den Schnitt die Adobe-Premiere Software 6.5, die ich in eine Remote-Umgebung eingebunden habe. Das  sog. Hardware-Dongle (eine Box mit digitalen Ein- u. Ausgängen, sowie die Videokarte) ist von der Fa. Pinnacle. Zum Brennen verwende ich ROM-Brenner von TEAC (2 x) und NEC (1x). Die Brennkapazität bei voller Auslastung und 10Min-Showreels beträgt ca. 100 Stück pro Stunde.

Das Problem beim nativen Schnitt ist die Tatsache, dass man alle Assets (Bausteine) in einen gemeinsamen Codec bringen muss. Und zwar in den DVAVI-Codec. Nur dieser Codec erlaubt einen bildgenauen Schnitt. (Codec = Kompressionsverfahren). Dieser DV-Codec wird auch von digitalen Bändern verwendet. Analoge Bänder legt Premiere ebenfalls in diesem Codec ab, allerdings ist dringend auf Audio-Synchronität zu achten. DVDs (MPEG-II-Codec) und alle anderen Codecs müssen in dieses Format encodiert werden. Dann schneiden Sie jede Szene, die Sie brauchen, zurecht und speichern Sie als eigenständigen Clip ab. Danach importieren Sie alle erneut und legen im Storyboard eine Reihenfolge fest. Das Ganze speichern Sie wieder als eigenständigen Clip und importiern diesen in Ihr Autoren-Programm. Dann bestimmen Sie eine Navigation und erstellen ein ISO-Image. Das können Sie dann in beliebigen Stückzahlen klonen.

Ein "Masterband" verwende ich seit Ende 2002 nicht mehr.