Um es gleich vorweg zu nehmen: DVDs sind keine Bänder! Auch wenn moderne DVD- u. Festplattenrekorder den Eindruck erwecken, als könnte man mit einem "Masterband" eine beliebige Anzahl DVDs erstellen. In Wahrheit sieht es so aus, dass man jedes Mal, wenn man ein Band in so ein Gerät eingespielt, eine völlig neue DVD erstellt, also lauter unterschiedliche Unikate produziert (mehr dazu in"DVD- u. Festplattenrekorder").

Eine DVD (alle erhältlichen Formate) besteht aus über 70.000 Sektoren. In diesen lassen sich eine beliebige Anzahl von "Zellen" verankern. In jeder dieser "Zellen" können Sie eine - ebenfalls - beliebige Anzahl von "Kapiteln" erstellen. Die Zellen beziehen sich alle auf das sog. "Haupt-Menü", die Kapitel auf ein sog. "Kapitel-Menü", welches dem Haupt-Menu untergeordnet ist. Von diesen Menüs lassen sich ebenfalls beliebig viele Untermenüs erzeugen.

DVDs arbeiten immer mit ihrem eigenen Dateisystem. Es enthält 3 Arten von Dateien:

1) Die Ifo-Datei. Das ist die Datei, auf die die Player als Erstes zugreifen. Aus dieser entnehmen sie, wie sie die Navigation darzustellen haben und in welcher Reihenfolge die enthaltenen Elemente abzuspielen sind.

2) Die Bup-Datei (Buildup). In diesem Ordner sind im Wesentlichen die Menü-Hintergründe, die Buttons für die Navigation und die Fonts (Schriften) verankert.

3) Die VOB-Dateien (VTS). Das sind normale MPEG-II Videodateien, die in dieser Dateierweiterung Laufzeitkomponenten für die Player enthalten. Ausserdem wird in diesen Dateien der Ton separat gespeichert. Wenn die Grösse 1 GB überschreitet, wird wird automatisch die nächste VOB erstellt. Die Dateibezeichnung VTS wird naturgemäss hochnummeriert (VTS_1_1, VTS_2_1 usw.). Wenn man eine dieser Bezeichnungen ändert, wird die Scheibe nicht mehr abgespielt.

Dieses DVD-Dateisystem wird fest mit entsprechenden Sektoren auf der Scheibe gekoppelt. Das ist der Grund, warum DVDs auf allen Playern laufen. Es ist aber auch leider der Grund, warum es so lange dauert, eine DVD in einem Laufwerk auf eine andere DVD in einem 2. Laufwerk zu überspielen. Deswegen brennt man DVDs von einem sog. "Image". Dieses kann der Rechner sehr schnell aus einer DVD erstellen und man kann damit mit nur einem Laufwerk beliebig viele andere DVDs klonen.

Ein anderes Problem besteht darin, dass sich MPEG-II Videodateien nicht wirklich bildgenau schneiden lassen. Das liegt am Kompressionsverfahren. MPEG-II komprimiert einerseits in Framegrössen (= Bildgrösse, je grösser die Frames, desto grösser die Datei), andererseits mit sog. "GOP-Strukturen" (Group of Pictures), die man bei der Video-Erstellung selbst bestimmen kann. Der Rechner errechnet dann - bei stillstehender Kamera - selbst den Hintergrund und stellt lediglich den Vordergrund dar, genau wie das menschliche Auge (ist wesentlich komplizierter, aber das soll erstmal reichen).